Konstruktion
Die Suone in Felswänden
Nicht immer verläuft eine Suone durch weichen Boden. Mancherorts musste die Suone in die Felsen geschlagen werden. So entstanden viele Stellen, an denen unter überhängenden Felsen die Suone mitsamt dem Hüterweg im Stein eingehauen ist. Bei den meisten Suonen sind diese Felspassagen mit einfachen Werkzeugen von Hand ausgeschlagen worden!
Heute werden an solchen Stellen vielerorts die Wege erweitert. Allerdings mit modernen Methoden. Besonders schwierige Stellen werden oft durch Tunnel und Stollen ersetzt. Diese Felspassagen sind nicht immer einfach zu begehen; insbesondere wenn man nicht schwindelfrei ist, da es oft neben dem Weg senkrecht hinunter geht.
Solche Stellen sind aber baulich interessant und zeigen uns, wie wichtig das Wasser für die Walliser war, da bei Bau und Unterhalt einer solchen Strecke nicht selten tragische Unfälle geschahen.
Die wohl eindrücklichsten Felspassagen findet man an der Wyssa bei Mund, am Niwärch bei Ausserberg und an der Bisse du Rho bei Crans.
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Niwärch bei Ausserberg | Bisse du Rho bei Crans |
Wo man die Suone nicht einfach in den Fels meisseln wollte, wurde sie oft auch auf dem Felsen aufgemauert. Diese Methode ist in senkrechten Felswänden nicht umsetzbar, ansonsten bietet sie aber den Vorteil, dass man nur eine kleine Fläche für den untersten Stein ausmeisseln muss, auf welchem die ganze Mauer sich abstützen kann. Diese Mäuerchen bilden entweder selber den Suonenlauf (sog. Tretschborde) oder sie tragen Kanäle und Rohre. Diese Tretschborde bestehen aus senkrecht aneinandergefügten Steinplatten, welche mit Erde und Grasmutten abgedichtet sehr stabile, dichte und dauerhafte Leitungen ergeben.